Schreibblockaden

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“Ich habe eine Schreibblockade.”

“Meine Schreibblockade heißt Roswitha. Warum auch immer. Sie ist manchmal lästig und manchmal finde ich es richtig gut, dass sie mir dabei hilft, nicht soviel herumzusitzen und mir den Rücken krumm zu schreiben. Ich kenne eigentlich ein sehr gutes Mittel, das Roswitha verschwinden lässt, es heißt “Schreibblockad-Ex”. Ist in einer Flasche, die aussieht wie gewöhnliches Tipp-Ex. Leider meistens ausverkauft in allen Schreibwarenläden und Apotheken. Wahrscheinlich, weil es aus den vielen Tränen von Schriftstellerinnen und Journalisten hergestellt werden muss, die sie vor Freude weinen, wenn sie ihre Schreibblockaden überwunden haben. Also sehr kompliziertes Herstellungsverfahren, dementsprechend teuer.”

Jede und Jeder, die und der schreibt, kennt sie: Die Schreibblockade.

Writer’s block. Die Angst vor dem weißen Blatt. Der gruselige weiße Bildschirm am Laptop.

(Es mag Glückliche geben, die sie nicht kennen. Mögen sie sich glücklich schätzen.)

Schreibblockaden können sehr unterschiedlich aussehen. Für die einen ist es bereits eine “Schreibblockade”, wenn sie eher lustlos am Schreibtisch sitzen und nur langsam vorankommen. Bei anderen geht gar nichts mehr, sie schreiben nicht. Obwohl sie müssten oder wollten.

Es gibt viele Ansatzpunkte. Der ultimative Geheimtipp ist: Schreibblockaden durch das Schreiben lösen.

Nimm ein Blatt Papier, schalte das Laptop an und los geht es.

Schreib fünf Minuten. Oder zehn Zeilen.

Das ist überschaubar und besser als gar nichts zu schreiben.

Wenn du magst, schreibe einen kurzen Text:  “Alles über meine Schreibblockade”. Wie sieht sie aus? Ist sie überhaupt eine “sie”? Was möchte sie? Hat sie auch nette Seiten? Was will sie? Wie heißt sie?

Meine heißt – wie gesagt – Roswitha. Wie heißt deine? Hast du schoon mal so etwas wie Schreibblockad-Ex ausprobiert?

 

 

 

 

 

 

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Schreibprozess

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Kürzlich stieß ich auf eine Zusammenfassung Der Schreibprozess nach Otto Kruse vom Schreibzentrum der Uni Frankfurt. Das Bild hat mir gut gefallen, erinnert es mich doch an die Berliner Ringbahn. Jeder Arbeitsschritt eine S-Bahn-Haltestelle. Vom “leeren Blatt” bis zur abgabereifen Endversion einmal den ganzen Ring herum fahren…. das lässt die lange Strecke eigentlich ganz übersichtlich wirken.

Unter den vielen, vielen Büchern zum wissenschaftlichen Schreiben ist der Klassiker von Otto Kruse “Keine Angst vor dem leeren Blatt” immer noch mein Favorit. Kruse gibt einfach einen sehr guten Überblick über alle Aspekte des wissenschaftlichen Arbeitens und Schreibens – von der Hausarbeit bis zur Abschlussarbeit.*

Ich bin immer wieder überrascht, dass viele Studierende gar nicht von selbst auf die Idee kommen, sich ein Buch zum wissenschaftlichen Arbeiten auszuleihen oder anzuschaffen.

Dabei ist es eigentlich naheliegend und empfehlenswert.

Warum?

Ein Buch ist übersichtlicher als die unzähligen Internet-Einträge, die zu den typischen Themen auftauchen.

Ein Buch kann ein Begleiter durch das ganze Studium sein – von der Erstellung eines Referates, über die Hausarbeiten bis zur Abschlussarbeit.

Ein Buch stellt ein gutes erstes Übungsfeld zum wissenschaftlichen Arbeiten dar. Lesen, Zusammenfassen, Unterstreichen, Markieren, das Wesentliche Herausarbeiten – das sind alles Arbeitsprozesse, die sich gut üben lassen.

Welches Buch passt am Besten?

Das Buch sollte natürlich zum eigenen Studiengebiet passen oder zumindest auf die unterschiedlichen Anforderungen in verschiedenen wissenschaftlichen Arbeitsgebieten eingehen.

Darüber hinaus sollte der Stil des Buches zu den eigenen Lesegewohnheiten passen. Hier sind die Geschmäcker sehr verschieden. Manche mögen es eher kurz und kompakt, manche kreativ und erzählerisch.

Am Besten Sie leihen sich verschiedene Bücher aus und probieren aus, mit welchem Sie gut arbeiten können. Wenn sich eines als “Lieblingsbuch” herauskristallisiert, kann es sich lohnen, ein eigenes Exemplar anzuschaffen.

In der Regel haben aber sowohl öffentliche als auch Uni- bzw. Hochschulbibliotheken zahlreiche und genügend verfügbare Exemplare von älteren und aktuellen Büchern über das wissenschaftliche Schreiben.

Literatur:

*Kruse O. (2008) Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durch das Studium. 12. Auflage. Campus-Verlag.